SCHWIMMBADSANIERUNG UNTER DEM OLYMPIA-ZELTDACH

© Rufus46

Sie ist eine Architekturikone und gleichzeitig eines der beliebtesten Sportbäder der bayerischen Landeshauptstadt: Die 1972 erbaute Olympia-Schwimmhalle auf dem Münchner Oberwiesenfeld mit ihrer charakteristischen, vom Architekten Günter Behnisch entworfenen Spanndachkonstruktion. Unvergessen ist die Ansage bei der Siegerehrung geblieben: „Gold für Mark Spitz!“. Insgesamt sieben Mal stand der US-amerikanische Schwimmer während der Sommerspiele 1972 ganz oben auf dem Siegertreppchen unter dem Zeltdach.

Doch nicht nur die sportlichen Leistungen prägten auf Jahrzehnte das Image der Münchener Sportszene. War es die unverwechselbare Architektur von Behnisch & Partner in Partnerschaft mit Frei Otto, oder kluges Management. Jedenfalls gehört München zu den wenigen Städten weltweit, die mit der anschließenden Nutzung der für die Olympischen Spiele errichteten Anlagen positive Erfahrungen gemacht hat. So gab es seit den Sommerspielen 1972 im Olympiapark rund 9 000 sportliche, kulturelle und kommerzielle Veranstaltungen mit insgesamt rund 160 Millionen Besuchern. Und im Olympiapark trainieren täglich bis zu 2 000 Aktive. Viele davon in der Olympia-Schwimmhalle.

Generalssanierung des „schnellsten Wassers der Welt“

Denn ein Jahr nach den olympischen Spielen öffnete man das damals nach Expertenmeinung „schnellste Wasser der Welt“ dann auch für die schwimmbegeisterte Bevölkerung der bayerischen Landeshauptstadt. Seither wird auf dem Oberwiesenfeld geschwommen, getaucht, gesprungen und entspannt.

Allerdings ist das mittlerweile nahezu halbe Jahrhundert, in dem sowohl Freizeit-, als auch Profischwimmer die Halle intensiv nutzten, an dem Gebäude nicht spurlos vorübergegangen. Bereits im Frühjahr 2016 wurde daher mit der Generalsanierung und Modernisierung der Olympia-Schwimmhalle begonnen, geplant von dem Münchner Architekturbüro Planplus GmbH. So wurde neben der Erneuerung der vorhandenen Becken im ehemaligen Kioskbereich ein Planschbecken für Kinder neu dazu gebaut. Außerdem sollten bestimmte in den letzten Jahren vorgenommene Veränderungen an dem denkmalgeschützten Gebäude wieder rückgängig gemacht werden. Ziel war es, die über die Jahre veränderten Bauteile und Oberflächen in das unverkennbare Design der Olympiade 1972 zu bringen. Hierzu gehörte zum Beispiel, der ursprünglichen Anmutung in den damals typischen Olympia-Farben Orange, Hellblau und Hellgrün wieder näherzukommen.

Auf der einen Seite der Wand wurde kernsaniert, während auf der anderen Seite weiter geschwommen wurde. Gefragt waren „schnelle“ Produkte für Abdichtung und Fliesenverlegung.

Die Sanierung erfolgte in zwei Abschnitten, wobei versucht wurde, den Badbetrieb soweit wie möglich aufrecht zu erhalten. Im ersten Sanierungsabschnitt wurden die Becken unter der Tribüne sowie die dazugehörigen Sanitarbereiche mit den signifikanten Duschrondellen und Umkleiden neugestaltet. Dazu kamen der bereits oben erwähnte Neubau eines Kinderbeckens und die Erweiterung der Saunabereiche. Im zweiten, Ende 2019 abgeschlossenen Sanierungsabschnitt, standen unter anderem die Renovierungsarbeiten an dem 50 Meter Olympia-Schwimmbecken sowie den dazugehörigen Duschbereichen und sanitären Anlagen auf dem Programm. Zuerst wurde der Bereich unter der Tribüne saniert und zum Schluss die große Schwimmhalle, ebenfalls auch hier bei laufendem Betrieb. Eine Hälfte des Hallenbades wurde gesperrt und eine Bau-Trennwand erstellt. Auf der einen Seite der Wand wurde kernsaniert, während auf der anderen Seite weiter geschwommen wurde.

Die zu sanierende Fläche summierte sich auf rund 11 000 Quadratmetern

Insgesamt summierte sich die zu sanierende Fläche auf rund 11 000 Quadratmetern von der Untergrundvorbereitung und Abdichtung bis hin zum Verlegen und Verfugen der Fliesen. Um die meist unter dem normalen Badebetrieb laufenden Arbeiten entsprechend zu beschleunigen, griffen die Mitarbeiter der Firma Fliesen Lepping GmbH aus Vreden als ausführendes Unternehmen soweit wie möglich zu „schnellen“ Produkte. So wurden alle Böden zunächst mit einem Estrich auf Trennlage ausgebildet. Dort, wo Oberflächen ausgeglichen werden mussten, kam ein zementärer, schnell erhärtender, faserarmierter und universell einsetzbarer standfester Putz- und Spachtelmörtel („Sopro RAM 3“) zum Einsatz. Er ist, da bereits nach zwei Stunden mit Fliesen belegbar, ein ideales Produkt für termingebundene Sanierungs- und Renovierungsarbeiten.

In den Service-Bereichen waren Rondelle dominierendes Architektur-Thema, so zum Beispiel in den Duschen und WC-Anlagen.Hier ist Mosaik das angesagte Gestaltungsmaterial.

Wo die Untergründe vor den eigentlichen Verlegearbeiten nachhaltig gegen Feuchte- und Wassereintrag abgedichtet werden musste, erfolgte dies mit einer schnell abbindenden, zweikomponentigen, besonders flexiblen zementären Dichtschlämme zum Erstellen von rissoberbrückenden Abdichtungen. Dies war vor allem in den Beckenumgangen, Duschen und Sanitärbereichen der Fall. Da die sanierungsbedürftigen Schwimmbecken nicht aus Beton, sondern aus Edelstahl ausgeführt worden sind, wurden die Becken selbst nicht abgedichtet. Die Abdichtung wurde jedoch bis an den Beckenkopf herangeführt und hier an das Edelstahlbecken angeschlossen.
Für die Fliesenbeläge kam Schwimmbadkeramik mit Produktlösungen für alle Anwendungsbereiche rund ums Wasser zum Einsatz, einschließlich unterschiedlicher Beckenkopfsysteme sowie einem umfassenden Sortiment an Formteilen. Auf den Bodenflächen dominieren 10 x 10 cm große Schwimmbadfliesen. Typische Architekturelemente der Schwimmhalle sind die Duschrondellen ebenso die WC-Rondelle mit ihren signifikanten Formen, für deren Bekleidung der Wand- und Bodenflächen keramisches Mosaik typisch ist. Verlegt wurden alle Fliesen mit einem zementären Dünnbettmörtel der Einstufung C2 TE S1, der aufgrund seiner multifunktionalen 4-in-1-Rezeptur auch als Fließ- und Mittelbettmörtel sowie als Spachtel verwendet werden kann.
Die abschließende Verfugung der Beläge erfolgte mit zementären, schnell erhärtenden trasshaltigen Fugenmörteln, dessen im Fugenmörteln enthaltene Mikrodur-Feinstzement für eine hohe mechanische Belastbarkeit und Abriebfestigkeit sorgt.

Anfang der 1970er Jahre waren die keramischen Großformate, die heute den Markt beherrschen, noch weitestgehend Utopie. Vorherrschendes Fliesenformat war deshalb 10 x 10 cm.

Das drei Quadratkilometer große und weitestgehend unbebaute Oberwiesenfeld in München war als Kernstück der Sportstätten für die Olympischen Spiele vorgesehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dort der durch die Bombenangriffe auf die Stadt entstandene Trümmerschutt aufgehäuft, aus dem der Olympiaberg entstand. Wegen der Uneinigkeit, wie es bebaut werden sollte, war das Gelände größtenteils frei geblieben und so waren vor dem Austragungsbeschluss lediglich der Olympiaturm und die Eissporthalle beschlossene Bauprojekte. Aufgrund der Zentrumsnähe konnte München mit dem Spruch „Olympia der kurzen Wege“ für die Spiele werben. Am 26. April 1966 gab das IOC bekannt, dass sich München gegen die Mitbewerber Detroit, Madrid und Montreal durchgesetzt hatte.

Im Februar 1967 wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, bei dem 104 Entwürfe eingereicht wurden, von denen einer vom Architekturbüro Behnisch & Partner stammte. Die 72 800 Quadratmeter große Dachlandschaft des Olympiadachs (nach dem Vorbild des deutschen Pavillons der Weltausstellung in Montreal 1967) überspannt die Olympia-Schwimmhalle, die Olympiahalle und Teile des Olympiastadions sowie die Zwischenwege der Sportstätten. Sie besteht aus Seilnetzen, die an bis zu 80 Meter hohen Pylonen aufgehängt und mit Acrylglas-Platten verkleidet sind. An der Realisierung der Konstruktion waren zahlreiche Architekten und Bauingenieure beteiligt, darunter Architekten des Büros Behnisch & Partner sowie Frei Otto, Fritz Leonhardt, Wolfhardt Andrä und Jörg Schlaich. Die Architektur wird zu den Wahrzeichen Münchens gezählt und steht unter Denkmalschutz. (Quelle: z. T. Wikipedia)

Aus
STEIN.KERAMIK.SANITÄR
Ausgabe 3.2021

-

-

.

.

.

.

.

.
Fotos: Sopro Bauchemie

.

.

.

.

.

Die Generalssanierung des „schnellsten Wassers der Welt“, wie die Olympia-Schwimmanlagen oft bezeichnet wurden, wurde geplant vom Architekturbüro Planplus GmbH (https://www.plan-plus-gmbh.de/).

Die Sanierung der Fliesenflächen erfolgte mit Verlegeprodukten der Sopro Bauchemie GmbH (www.sopro.com): Sopro RAM 3 Renovier- & AusgleichsMörtel (RAM 3 454), Sopro BauHarz (BH 869), Sopro TurboDichtSchlämme 2-K (TDS 823), Sopro‘s No.1 Flexkleber (No.1 400), Sopro TitecFuge.

Die offizielle Internetseite der Olympia-Schwimmhalle: https://www.swm.de/baeder/schwimmen-sauna/olympia-schwimmhalle.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.


-

-

-

-