Bildquellen: agrob-buchtal.de / M. Staller, Richard James Earl, Evan Joseph

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Wesentliches Charakteristikum des 19-stöckigen Bauwerks ist die dunkle Keramik-Fassade: Aus der Ferne monochrom wirkend entwickelt sie mit zunehmender Nähe interessante optisch-haptische Effekte.

Wer hierzulande den Begriff „Triangle Below Canal Street“ (dt.: Dreieck unterhalb der Kanalstraße) hört oder liest, denkt sich wenig dabei. Bei einem New Yorker aber erzeugt bereits die Abkürzung ein Kribbeln, denn „TriBeCa“ bezeichnet der Name einen besonders hippen Stadtteil von New York. An den kopfsteingepflasterten Straßen liegen angesagte Boutiquen und Restaurants. Zu den historischen Gewerbebauten gehört zum Beispiel das ehemalige Börsengebäude New York Mercantile Exchange von 1884. Im Frühling findet jedes Jahr das TriBeCa Film Festival statt.

Downtown Manhattan, also im Banken- und Geschäftszentrum New Yorks zu wohnen, erfreut sich großer Beliebtheit. Davon zeugen nicht zuletzt die vielen neuen Apartmenthäuser, die seit einigen Jahren die letzten Lücken füllen oder anstelle niedriger Gewerbebauten entstehen. Tribeca gilt innerhalb von Downtown Manhattan, also dem Banken- und Geschäftszentrum New Yorks, als besonders angesagter Stadtteil. Das frühere Industrieviertel unmittelbar nördlich des Ground Zero, das erst von Künstlern und Kreativen, dann von wohlhabenden Familien, Film- und Popstars entdeckt wurde.

Eines der neuesten Projekte des Viertels ist das am Broadway gelegene „91 Leonard“, das die Szene jetzt wie ein Leuchtturm-Projekt dominiert. Das über 60 Meter hohe Gebäude mit seinen 19 Geschossen und insgesamt 16 500 m² Fläche entstand nach Entwürfen des New Yorker Architekturbüros Skidmore, Owings and Merrill (SOM), das unter anderem auch für den Bau des One World Trade Center verantwortlich zeichnete. Die Ausführungsplanung oblag dem Büro Hill West Architects. Zu den Besonderheiten des Gebäudes zählen zweifellos die bis zu 250 m² großen Apartments. Einzigartig sind aber auch die feingliedrig strukturierten, mit Keramik bekleideten Fassadenflächen, die der umgebenden eher traditionellen Architektur dieses Viertels einen besonderen Akzent verleiht.

Feinfühlig eingebettet in die urbane Umgebung

Unser primäres Ziel war es, ein Gebäude zu schaffen, das sich auf die umgebende historische Stadtstruktur bezieht und diese respektiert, während es gleichzeitig eine moderne Ergänzung des Viertels darstellt
SOM-Director Kim Van Holsbeke

Der Neubau passt sich in vielerlei Hinsicht in seine urbane Umgebung ein. Zum einen verfügt er wie seine Nachbargebäude über Ladenflächen im Erdgeschoss sowie über einen mit zunehmender Höhe sukzessiv zurückspringenden Baukörper. Zum anderen besitzt das Gebäude eine feingliedrig strukturierte Fassade mit großen Fenstern als Reverenz an die benachbarten alten Lagergebäude und Lofts mit ihren Backstein- und Natursteinfassaden. „Unser primäres Ziel war es, ein Gebäude zu schaffen, das sich auf die umgebende historische Stadtstruktur bezieht und diese respektiert, während es gleichzeitig eine moderne Ergänzung des Viertels darstellt“, erläutert SOM-Director Kim Van Holsbeke.
Die ruhige Gleichförmigkeit der orthogonal gegliederten Fassade basiert auf regelmäßig platzierten Doppelfenstern, die von einer aufgesetzten Gitterstruktur aus keramischen Rechteckrohren (System „Kerashape“ von Agrob Buchtal) gerahmt werden. Die Flächen zwischen dieser Gitterstruktur und den zurückgesetzten Fensteröffnungen mit bronzefarbenen Laibungsrahmen bestehen aus Keramikfliesen. Nach Vorgaben der Architekten wurden diese Fliesen (Made in Germany) im Querschnitt eigens so profiliert, dass deren erhabene Streifen mit der Ansichtsbreite der Rechteckrohre korrespondieren.

„Die horizontalen Streifen sorgen für eine detail- und kontrastreiche Oberfläche. Zudem dienen sie dazu, die einzelnen Platten zu einem einheitlichen Erscheinungsbild zusammenzuführen.“ Hinzu kommt eine elegante, samtig-dunkle Glasur der Fassaden-Keramik, die ein ebenso respektvolles wie selbstverständliches Miteinander mit den benachbarten Bestandsbauten entstehen lässt. Farbe, Textur und Glasur der Fliesen wurden so ausgewählt, dass sie eine gewisse Tiefe und ein abwechslungsreiches Licht- und Schattenspiel erzeugen - gewissermaßen als zeitgemäße Interpretation der für Tribeca typischen Gebäude mit Stein und Gusseisen, so die Intention der Architekten.

Der geheimnisvolle Glanz, die optische Tiefe, das reizvolle Reflexionsverhalten und der edle Farbton verleihen der Fassade dauerhaft subtile Wertigkeit

Wer das schmale zweigeschossige Eingangsgebäude passiert hat, gelangt in eine großzügige Lobby. Die Noblesse dieses Bereichs mit exquisiter Möblierung, großflächiger Verglasung und Blick auf einen begrünten Innenhof bietet einen Vorgeschmack auf die opulent ausgestatteten Wohnungen. Die von Whitehall Interiors im „Tribeca Loft Style“ gestalteten Apartments sind 50 bis 250 m² groß und verfügen über weiß gekalktes Eichenparkett, Marmor-Küchenblöcke und raumhohe Fenster. Außerhalb der eigenen vier Wände stehen den Bewohnern diverse Gemeinschaftseinrichtungen zur Verfügung wie zum Beispiel eine umfangreich ausgestattete Dachterrasse, unter anderem mit Kinosaal, einem Spa-Bereich mit 18 m langem Pool, Dampfbad und Sauna.

Die Leonard Street, die eigentliche Adresse des Gebäudes, ist eine kleine Seitenstraße des Broadway. Dort liegt bewusst diskret der Zugang zur noblen Lobby, die zu den luxuriösen Apartments führt

Nicht zuletzt die mit großer Präzision und handwerklicher Sorgfalt ausgeführte Fassade signalisiert, dass hier ein besonderes Gebäude entstand. „Maßgeblich für die Wahl von Keramik waren die ästhetischen Qualitäten“, erläutert Kim Van Holsbeke. „Der geheimnisvolle Glanz, die optische Tiefe, das reizvolle Reflexionsverhalten und der edle Farbton verleihen der Fassade dauerhaft subtile Wertigkeit.“ Hinzu kommt der Aspekt der Nachhaltigkeit. Denn die Fassadenkeramik reduziert den Pflegeaufwand auf ein Minimum, was eine spezielle Oberflächenveredelung („Hytect“ auf der Basis von Titandioxid) noch unterstützt.!

  • Dreidimensionale Flächenfliesen kombiniert mit keramischen Rechteckrohren strukturieren filigran die Gebäudehülle. Zusammen mit der mystisch-tiefen Farbgebung sorgt dies für durchaus wahrnehmbare Präsenz, aber auch für einen respektvollen Umgang mit den Bestandsbauten

  • Auf dem Broadway pulsiert das Geschäftsleben, vorbei an den zahlreichen Geschäften im Erdgeschoss, so auch im Erdgeschoss des neuen Hochhauses.

Aus
STEIN.KERAMIK.SANITÄR
Ausgabe 3.2021

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Bildquellen:
agrob-buchtal.de / M. Staller, Richard James Earl, Evan Joseph

Heutzutage ist TriBeCa äußerst beliebt, das war aber nicht immer so. Die Lagerhäuser, die jetzt größtenteils Wohnhäuser sind, stammen noch aus der Zeit, in der die Gegend ein Industriegebiet war. Nach jahrelangem Leerstand und Verfall zogen in den 1980er Jahren Künstler in die verlassenen Lagerhäuser. Sie sorgten für den nötigen Schwung und das Wiederaufleben der Gegend. Es zog anschließend auch Unternehmen nach TriBeCa. So dauerte es nur knapp zehn Jahre bis sich die Gegend wieder einen Namen machte, dieses Mal als angesehenes Viertel in Lower Manhattan. TriBeCa wurde zu einer der sichersten Gegenden von New York gewählt. Viele Film- und Popstars wohnen hier: Beyoncé und Jay-Z, Meryl Streep, Justin Timberlake und Leonardo DiCaprio sind nur einige davon. TriBeCa ist einer der teuersten Stadtteile von New York

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Die Fassade des „91 Leonard“ wurden mit den keramischen Systemen „KeraShape“ und „KeraTwin“ von Agrob Buchtal GmbH (https://agrob-buchtal.de/) gestaltet. Nach Vorgaben der Architekten wurden die Fliesen dabei im Querschnitt eigens so profiliert, dass deren erhabene Streifen mit der Ansichtsbreite der Rechteckrohre korrespondieren.

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